Randnotiz: Marketing

Die Welt, die heute Big Data verklärt und in der CFO’s Unternehmen mehr oder weniger still dominieren, drängt Marketing in die Defensive. Marketing wird eine strukturell unterbesetzte Abteilung, die in einer Matrix um Einfluss kämpft. Mit PowerPoint gegen Excel auf verlorenem Posten stehend, wird die Verheißung des datengetriebenen Marketings begrüßt wie weiland Blücher von Wellington. Und so wird ein geradezu faustischer Pakt mit den Spreadsheet-Dämonen geschlossen. Aber Daten gebären keine Ideen sondern vermessen sie, Daten steuern kein Verhalten sondern beschreiben es. Und Daten versprechen nur kopierbare strukturelle Vorteile, keine nachhaltigen, inhaltlichen Alleinstellungsmerkmale. Dennoch: Ich liebe Daten! Daten leisten viel bei der Analyse, Gewinnung von Insights, können Inhalte zielgenau aussteuern und ausliefern helfen, sind schliesslich als KPI definiert Maßstab der Zielerreichung. Nur ersetzen sie nicht Ideen, Ideale und Innovationen. Echte Inhalte, die tatsächlich Produkte schaffen, die Marken ein Versprechen, einen Sinn und eine Rolle in der Welt der Konsumenten geben. Inhalte die eine nachhaltige Beziehung aufbauen. Eine Beziehung, die Menschen bewegt, die Nähe und Loyalität schafft, Preisbereitschaft und Präferenz. Und die alle reich macht: Den Unternehmer. Und den Konsumenten: über Erlebnisse, Nutzen und Freude. Das ist dann Wertschöpfung im Marketing. Nein, Marketing ist nicht Randnotiz. Marketing ist der Daseinsgrund von Unternehmen.

Peter John Mahrenholz

Autoreninfo

Experte für Markenführung und Kommunikation, über 20 Jahre Erfahrung im Strategischen Marketing, Agenturmanager und Rechtsanwalt, Mitgründer und Partner Das 18te Kamel und Komplizen.

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